Astronomie Astronomie
 

... eine uralte Wissenschaft

Seit den frühesten Zeiten der Menschheit war das Interesse an den Objekten des Himmels - vor allem des nächtlichen - ungebrochen.

Zunächst aus zwei Gründen

  • Nutzung der Sterne und insbesondere das regelmäßige Erscheinen der Sterne als Kalender
  • Beziehungen zwischen der irdischen Realität und der Mythologie

Die frühen Hochkulturen wie Babylon und Ägypten haben die Astronomie ganz klar im Sinne dieser beiden Zielsetzungen genutzt. Bekanntestes Beispiel ist die genaue zeitliche Festlegung der Nilüberschwemmungen mit dem Sirus bei den Ägyptern.

Antikes Griechenland: frühe wissenschaftliche Erklärungen

Die griechischen Philosophen und Mathematiker waren unter den ersten (von denen wir heute noch wissen), die versuchten, die Vielzahl der astronomischen Beobachtungen zu deuten:

  • Sie prägten das Wort "Planet" (=Wandelstern), um so über die Bewegungen der Planeten diese von den "Fixsternen" zu unterscheiden
  • Erasthothenes bestimmte den Erdradius durch Vergleich von Schattenlängen zur gleichen Zeit an verschiedenen Orten. Damit war ein erster 'messbarer' Beweis für die Kugelform der Erde gefunden.
  • Erklärungen von Sonnen- und Mondfinsternissen
  • Erste Karten des Himmels inklusive Sternkatalogen
  • Hipparcos stellte durch Vergleich alter Messungen mit seinen eigenen Messungen fest, das sich die Koordinaten der Sterne verändert hatten und erklärte dies mit der Präzession - einer Bewegung der Erdachse.

Allerdings hat speziell das Weltbild eines griechischen Denkers, Ptolomäus, und die Tatsache, daß die christliche Kirche dieses Weltbild für 'das einzig wahre' definierte, auch nicht unerheblich zu einer ca. 500 jährigen 'Flaute' der astronomischen Forschungen geführt.

Im islamischen Kulturkreis ging die Beschäftigung mit der Astronomie weiter:

  • es wurden weitere Sterne vermessen und benannt (deswegen tragen erstaunlich viele Sterne arabische Namen)
  • Die alten griechischen Schriften wurden übersetzt und haben gerade auch deswegen die Zeit überdauern können. Ohne diese Übersetzungen wären viele wichtige Informationen der griechischen Philosphen noch im frühen Mittelalter verloren gegangen.

Das Zeitalter der Entdeckungsreisen

Erst am Ende des Mittelalters begann das Interesse an den Wissenschaften generell und daher auch an der Astronomie zu wachsen.

Ein Grund hierfür dürfte auch in der Seefahrt liegen. Immer weitere Reisen in noch unbekannte Gebiete machten es notwendig, genaue Methoden zur Navigation und Vermessung zu besitzen.

Neuzeit - neue Gedanken

Hier nur einige der wichtigsten Personen der Astronomie und ihre wichtigsten Errungenschaften.

Kopernikus - die Sonne im Zentrum
Die Planeten umkreisen die Sonne (kopernikanisches oder heliozentrisches Weltbild)

Galileo - Kopernikus hat Recht
Entdeckung der Jupitermonde und die Feststellung, daß diese den Jupiter umkreisen - fast wie ein 'Miniatur-Sonnensystem'.
Dies führt ihn zur Erkenntnis, was im kleinen (Jupiter-System) funktioniert, kann auch im Großen im gesamten Sonnensystem funktionieren - er wurde ein Anhänger des kopernikanischen Weltbildes !

Kepler - Planeten auf Ellipsen
Verarbeitet die Positionsbestimmungen des Mars des Astronomen Tycho Brahe und kommt zur Feststellung, daß sich die Planeten auf Ellipsen bewegen. Bis dahin nahmen die Astronomen kreisförmige Planetenbahnen an. Kepler konnte wissenschaftlich anhand der vielen Messungen beweisen, daß die Ellipsen eine recht gute Beschreibung der Bahnen waren - die genaue Vorherberechnung von Planetenpositionen wurde möglich.

Newton - anziehende Massen
Der Legende nach durch einen fallenden Apfel inspiriert, findet er die Beschreibung der Gravitation. Gleichzeitig kann er beweisen, daß sich die Kepler'schen Planetenbahnen durch die Gravitation mathematisch und physikalisch erklären lassen.

Hubble - das Weltall expandiert
Hubble beoachtet Galaxien und ihre Spektren. Die auffällige Besonderheit, daß alle Spektren von weit entfernten Galaxien so aussehen, als ob man ein 'normales' Sonnenspektrum in eine Richtung verschoben hat, erklärt er mit der Theorie, daß sich Galaxie (scheinbar) um so schneller von uns entfernen, je weiter weg sie sind.

Einstein - alles ist relativ
1906 publiziert er seine ersten Gedanken zu Zeit, Raum und Geschwindigkeiten, die später als 'Relativitätstheorie' bezeichnet wurden, wobei folgende Grundgedanken enthalten sind:

  • die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum kann von materiellen Körpern nicht erreicht oder überschritten werden (deswegen gehen alle Science-Fiction-Autoren immer den Ausweg mit 'höheren Dimensionen' und anderen Ideen).
  • Massen verändern den Raum um sich herum
  • Masse und Energie hängen über die berühmteste Formel der Physik E = m * c2 zusammen

... es gibt immer noch neues

Auch heutzutage ist die Astronomie ein aktives Forschungsfeld. Seit vor 40 Jahren die ersten Satelliten gestartet wurden, sind immer wieder eine Vielzahl von Messgeräten an Bord von Satelliten und Raumsonden engebaut worden. Ihre Ergebnisse haben unzählige alte Vorstellungen als falsch entlarvt und viele neue Entdeckungen, Erkenntnisse und Theorien ermöglicht.